Technik

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Allgemeine Funktion und Begriffe eines Alarmsystems

Ein Alarmsystem dient der Absicherung von Gebäuden durch Gefahrenmelder (z.B. gegen Feuer, austretendes Gas), und durch Alarmmelder gegenüber unerlaubtem Betreten.

Unter einem Alarmsystem versteht man nichts anderes nichts anderes als eine Kombination von Alarmzentrale, Sensoren und Alarmgebern, die durch ihr Zusammenwirken ein in sich geschlossenes System bilden.

Die Gefahrenmelder sind in der Regel 24 Stunden aktiv, im Gegensatz zu Einbruchsmeldern, die nach Bedarf aktiviert werden sollten. Das Aktivieren der Einbruchsmelder wird die Scharfschaltung genannt. Die Anlage wird scharfgeschaltet und somit das Gebäude bei Abwesenheit abgesichert. Es ist such möglich bei Anwesenheit nur einen Teil des Gebäudes abzusichern (Teilscharfschaltung); z.B. alle Fenster und Türen oder eine komplette Etage. Wenn der Eigentümer das Gebäude oder Bereiche davon wieder betreten möchte, so muss die Anlage unscharfgeschaltet werden.

Es gibt verschiedene Arten von Sensoren für die Einbruchsmeldung. Die wichtigsten sind Bewegungsmelder, Kontaktmelder (sonst bekannt als Öffnungsmelder oder Magnetkontakte) und Glasbruchmelder.

Bewegungsmelder, auch PIR oder Passiv- InfraRot Melder genannt, haben einen begrenzten Erfassungsbereich (z.B. 12m x 120° oder 12m x 90° etc). Innerhalb dieser Grenzen kann der Bewegungsmelder, unabhängig davon ob es Tag oder Nacht ist, Bewegungen warmer Objekte (z.B. Menschen, Tiere, Autos) erkennen. Bewegungsmelder werden zur Überwachung von Räumen, Fluren usw. eingesetzt. Bewegungsmelder einer Alarmanlage sind nicht für die Erfassung im Außenbereich geeignet, da Vogel, Tiere oder Wetter-Einflüsse auch einen Alarm auslösen könnten. Dafür gibt es Spezielle Außenbewegungsmelder die für die Extreme Bedienungen gebaut sind.

Der Kontaktmelder besteht in der Regel aus einem Magneten und einem Kontakt, die, wenn sie mehr als ca. 1 – 1,5 cm auseinanderbewegt werden, Alarm auslösen. Kontaktmelder werden zur Überwachung von Türen und Fenstern eingesetzt, um eine „Außenhautsicherung" zu bilden. Dies ermöglicht die Absicherung von bewohnten Räumen. Auch in unübersichtlichen Räumen mit großen Gegenständen empfiehlt sich der Einsatz von Kontaktmelder, da Eindringlinge sonst von Bewegungsmeldern unentdeckt den Raum durchqueren könnten. Da ist entscheidend wie die Bewegungsmelder positioniert werden.

Der Glasbruchsensor erkennt das Zerbrechen von Fensterglas und wird auch als Teil der „Außenhautsicherung" eingesetzt. Je nach Art werden Glasbruchsensoren direkt am Fenster (zur Erfassung von Erschütterungen) oder im Raum (Erfassung des Geräusches von zerbrechendem Glas) angebracht.

Wertet die Elektronik des Sensors Alarm aus, so wird ein Signal an die Zentrale Übertragen. Bei verdrahtetem Melder erfolgt dieses Signal Ober eine Unterbrechung des Alarmkreises. Bei Funkmelder wird ein codiertes Signal per Funk gesendet.

Wird ein Alarmsignal an der Zentrale empfangen, so wird je nach Programmierung die Alarmgeber aktiviert. Alarmgeber sind z.B. Innensirenen, die den Bewohner sowohl auf Einbrecher aufmerksam machen als such die Einbrecher vertreiben sollen, und Außensirenen mit Blitzlichter, die außenstehende Personen alarmieren können. Ein stiller Alarm kann über ein Telefonwahlgerät (oder TWG genannt) erfolgen — dies wählt automatisch verschiedene Telefonnummern und spielt einen gespeicherten Sprachtext ab. Ein Wählgerät mit digitaler Protokollierung kann auch detaillierte Alarminformation an einen Wachdienst weitergegeben, der dann weitere Schritte einleiten kann. Der Telefonwahlgerät ist einsetzbar und zu empfählen in jedem Fall.

Man kann eine Alarmzentrale in verschiedene Zonen unterteilen, um dem Melder bestimmte Eigenschaften zuzuordnen bzw. um das Alarmereignis zu lokalisieren.

Die Zonen oder Melder können in Bereichen zusammengefasst werden, um das System zu unterteilen und eine Teilscharfschaltung zu ermöglichen.

Um einen Einbruchsversuch schnell zu vereiteln, sollte in der Regel bei Auslösung eines Sensors sofort der Alarm ausgelöst werden. Es kann jedoch der Fall sein, dass man selbst den Hauseingang betreten muss, um die Tastatur der Alarmanlage unscharf zu schalten. Die Melder, die den Eingangsbereich Überwachen (z.B. Kontakt auf der Haustür, Bewegungsmelder im Flur), müssen einen Voralarm als Warnhinweis auslösen und erst nach einer Eingangsverzögerung den richtigen Alarm auslösen. Umgekehrt erfolgt erst nach einer Ausgangsverzögerung die Scharfschaltung.

Plannung der Anlage

Einfach überlegen... um so mehr plannen, um so besser...

Planen Sie die Standorte aller Komponenten nach den üblichen Regeln der Alarmanlagen- ­Installation, aber auch unter Berücksichtigung der Funk-Reichweite der Funk-Komponenten. Unter optimalen Umstanden (Sichtkontakt) können die Melder mit der Zentrale noch in einer Entfernung von 100m kommunizieren. In Gebäuden werden die Funksignale allerdings durch die Bausubstanz absorbiert oder blockiert, und die Kommunikation kann durch andere Funksignale gestört werden. Die genaue Reichweite der Funksignale ist orts- und Gebäude-abhängig. Wahrend der Installation wird die Starke der Funksignale von der Zentrale geprüft; ist die Qualität der Kommunikation nicht ausreichend, so wird die Komponente versetzt oder eine Funk- Verstärker eingebaut.

Keine der Komponenten der Alarmanlage, mit Ausnahme der Außensirene, sind für eine Außenmontage geeignet.

Bei der Planung muss man folgende Fragen stellen:

   1. Was soll gemeldet werden?
          * Gefahren (Feuer, Gas, usw.)
          * Einbruch bei Abwesenheit
          * Einbruch bei Anwesenheit

   2. Wie soll die Anlage melden?
          * Innensirene
          * Außensirene
          * automatische Sprachmeldung über Festnetz oder GSM Modul
          * Meldung an eine Wachzentrale

   3. Wie soll die Anlage bedient werden?
          * durch einen Funk Handsender
          * durch einen Schlüsselschalter
          * wird ein Bereich mit Alarmverzögerung benötigt ?

   4. Sollen die Melder in Bereiche unterteilt werden?
          * in Teil / Gesamtscharf- Schaltung
          * in 2 Bereiche, die unabhängig von einander scharf zuschalten sind

   5. Wie sollen verdrahtete Melder auf die Meldelinien verteilt werden?

Schwachstellenanalyse

Wo sind die Schwachpunkte, wo könnte eventuell...

Einbrecher möchten unentdeckt auf die einfachste Weise in das Objekt gelangen. Überlegen Sie, wo die Schwachstellen des Gebäudes sind. Gefährdete Stellen sind z.B. Fenster oder Türen an der hinteren Seite des Hauses, im Keller oder Erdgeschoss bzw. die Platze, die über Balkon oder Vordach erreichbar sind.

Die Melder sollten so angebracht werden, dass sie einen Einbrecher so bald wie möglich erfassen. Eine gute Planung ist ein Kompromiss zwischen Anlagekomplexität (wie viele Melder) und einer möglichst schnellen Meldung.

Beispiel 1:

Eine komplette Außenhautsicherung wo alle Fenster und Türen mit Magnetkontakte abgesichert sind.

Gibt eine sofortige Meldung und ermöglicht eine Absicherung bei Anwesenheit.

Beispiel 2:

Ein Bewegungsmelder, zentral in der Wohnung angebracht, wird den Einbrecher melden, nachdem er das Gebäude betreten hat und sich von Raum zu Raum bewegt. Hier wäre mind. ein Melder notwendig.

Der Nachteil dieser Variante ist, dass der Melder eine spätere Meldung abgibt und keine Möglichkeiten zur Absicherung bei Anwesenheit bestehen.

Beispiel 3:

Eine komplette Außenhautsicherung und mind. ein Bewegungsmelder, zentral in der Wohnung angebracht, ist um einiges besser, weil es zweischichtig ist (am besten ein Bewegungsmelder pro Etage). In so einem Fall können Sie die Anlage in der Nacht ohne Bewegungsmelder bzw. wenn Sie Ihr Haus verlassen, dann komplett einschalten.

Die meisten Anlagen sind wie das Beispiel 3 gebaut.

Alarmverzögerung

Man muß auch weiter normal leben können oder?

In der Regel wird im Falle eines Einbruchs eine sofortige Auslösung des Alarms gewünscht. In dem Bereich, den der Anwender betreten muss, um nach der Scharfschaltung das Haus zu verlassen bzw. bei der Rückkehr die Anlage unscharf zu schalten, kann eine Verzögerung eingestellt werden, um dem Anwender die nötige Zeit zu geben.

Die Melder, die den Ein-/Ausgangsbereich bewachen, sollten auf verzögerten Alarm eingestellt werden.

Die betroffenen Melder, die den Ein-Ausgangsbereich überwachen, sind üblicherweise Melder an der Haustür und weitere Melder, die den Bereich zwischen Haustür und Bedienteil überwachen. Nach der Scharfschaltung darf das Objekt nur Ober den Ein-/Ausgangsbereich verlassen werden.

Die Verzögerungsdauer lässt sich an der Zentrale programmieren (Werkseinstellung: 30 Sekunden). Wird die Tastatur nicht im unmittelbaren Eingangsbereich sondern in einem anderen Raum, der mit Meldern ohne Alarmverzögerung abgesichert werden soll, eingebaut, so kann die verdrahtete Meldelinie für diesen Raum auf „nächste Verzögerung" (oder „folgend“ genannt) eingestellt werden.

Beispiel 3: Der Türkontaktmelder KM1 ist auf „Verzögerung", BM1 auf eine verdrahtete Meldelinie auf „nächste Verzögerung", P1 bis 3 auf „Sofort Alarm" eingestellt.

1 x MK Magnetkontakt

3 x P Bewegungsmelder

1 x BM verdrahteter Bewegungsmelder

1 x  Zentrale

1 x D Tastatur

Wird der Türkontakt bei der Rückkehr unterbrochen, so wird Alarm ausgelöst, jedoch mit Verzögerung. Betritt man anschließend den Bereich „nächste Verzögerung" (Bewegungsmelder BM1 wird unterbrochen), so verlängert sich die Verzögerung in diesem Bereich und ermöglicht die Unscharfschaltung über die Tastatur TD.

Meldet jedoch der BM1 Alarm, ohne dass im verzögerten Bereich Alarm mit Verzögerung ausgelöst wurde (es wird z.B. durch ein Fenster eingebrochen), so lost der BM1 einen Sofortalarm aus.

Gesamt- / Teilscharfschaltung

Man kann so oder so... und noch immer sehr Einfach zu bedienen...

Die Zentrale kann scharfgeschaltet werden, so dass alle Melder auslösen (Gesamtscharfschaltung bei Abwesenheit). Die Zentrale kann auch teilscharfgeschaltet werden, so dass bestimmte Melder nicht aktiviert werden (Teilscharfschaltung bei Anwesenheit). Zum Beispiel könnte man die Türen und Fenster durch Kontaktmelder absichern und die Innenüberwachung über Bewegungsmelder nicht aktivieren. Somit kann man sich, ohne Alarm auszulösen, im Haus bewegen, es wird jedoch Alarm ausgelöst, wenn ein Fenster oder eine Tür geöffnet wird (Außenhautsicherung). Die Bereiche werden A und B genannt. Bereich A beinhaltet Funkmelder bzw. Meldelinien, die bei Gesamt- und Teilscharfschaltung aktiviert werden. Bereich B beinhaltet Funkmelder bzw. Meldelinien, die nur bei Gesamtscharfschaltung aktiviert werden, d.h. Gesamtscharfschaltung : A und B, Teilscharfschaltung nur Bereich A.

Jeder Speicherplatz kann jedoch frei wählbar auf Bereich A oder B zugeordnet werden.

Die Zentrale reagiert grundsätzlich auf Signale von Rauch- oder Gasmeldern und Sabotageaktionen, unabhängig davon, auf welchem Speicherplatz sich der Sensor befindet und unabhängig vom Status der Zentrale.

Beispiel 4: Einfamilienhaus mit Gesamt-Teilscharfschaltung

Die Melder P6, P7 und P8 werden an Speicherplätze 14, 15 16 angemeldet (nicht aktiv bei Teilscharfschaltung).

Die Rauchmelder SP1 und SP2 sind an die Speicherplätze 12 und 13 angemeldet (Rauchmelder sind auf 24 Stunden Alarmbereitschaft vom Werk aus eingestellt).

Die anderen Melder sind an den Speicherplätzen 1 bis 11 angemeldet.

Die Melder KM 1 und P 1 sind im Ein-/Ausgangsbereich auf Verzögerung eingestellt.
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